Direkt zum Hauptbereich

Pressemitteilung Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort, 28.06.2016

Schulschließungsmoratorium Sachsen-Anhalt.
Dazu gehört auch Einbezug des Förderprogrammes STARKIII


GS Seyda
Seit Wochen wird in Sachsen-Anhalt das Thema Schulschließungsmoratorium zum dritten Male in den letzten 4 Jahren thematisiert. In einer Pressemitteilung vom 27.06.2016 fordert die Partei Die Linke ein sofortiges Moratorium, damit weitere Schulschließungen verhindert werden können. Dasselbe Anliegen vertritt die FDP-Sachsen-Anhalt seit einer Woche. Dieses soll so lange dauern, bis die Schulentwicklungsplanung um das Thema Schulverbände ergänzt wird und auf einer soliden gsetzlichen Grundlage steht. Dieser Vorstoß ist zu begrüßen. Wer weitere Grundschulschließungen verhindern will, muss jedoch auch das Förderprogramm STARKIII einbeziehen.


STARKIII ist ein Schulschließungsprogramm


Der vom Lande verlangte Demografie-Check von Antragsstellern für das STARKIII-Programm verlangt eine Mindestschülerzahl für die einzelnen zu sanierenden Standorte und zwar 15 Jahre nach Projektabschluss. Diese beträgt 80 (ländlich dünn besiedelter Raum) oder 100 Kindern (normal besiedelt). Diese Vorgabe kann in den ländlichen Regionen nur erreicht werden, indem Standortgemeinden aus drei Schulen zwei oder eine machen. Eine derartige weitere Schließungswelle kann sich Sachsen-Anhalt im ländlichen Raume nicht leisten. Bereits in diesem Jahr sollen die Kommunen ihre Anträge einreichen!

Nur in sich bestandsfähige Schulen dürfen mit STARKIII saniert werden!


Das Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort fordert im Zusammenhang mit dem neu thematisierten Schulschließungsmoratorium:

  1. Aussetzung der laufenden Schulplanung und zwar so lange, bis die gesetzlichen Grundlagen und die konkrete Umsetzung des Themas Schulverbünde in der Praxis Flächen deckend umgesetzt werden können. (Modellversuche sind kein Grund, das Moratorium aufzuheben!)
  2. In der Förderperiode 2014-19 dürfen nur Schulen von STARKIII profitieren, welche den geforderten Demografie-Check mit den eigenen Schülern erreichen. Bis Schulverbünde Wirklichkeit werden, müssen Fusionen unterbleiben. Andernfalls drohen weitere Schulschließungen.
  3. Für die kleineren Schulen im ländlichen Bereich wird für die Förderperiode 2019-2024 ein weiteres Förderprogramm aufgelegt, welches in den Richtzahlen (Demografie-Check) auf die neu erarbeiteten Mindestschülerzahlen bezüglich Schulverbünden und Mindestschülerzahlen abstützt und perspektivisch Raum nach unten lässt. ( z.B:Heute Mindestschülerzahl 60 = Mindestschülerzahl 40 im Jahre 2035).
  4. Nichts ist unmöglich, das zeigt jedenfalls das sächsische Beispiel: Schulschließungsmoratorium und mehr jahrgangsübergreifende Beschulung sind dort längst Realität und tragen dazu bei, dass Schulstandorte demografiefest werden.

Erst mit diesen Maßnahmen ist für die Kommunen des ländlichen Raumes Planungssicherheit gegeben und kann Zukunft langfristig geplant werden.

Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort
Walter Helbling
Ernst Romoser
Heinz Josef Sprengkamp


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Siersleben/Gerbstedt: Staatsgewalt mit der Brechstange?

Es ist immer heikel, in einer aufgeheizten Stimmung  über lokale Schulentwicklungsplanung, bevorstehende oder geplante Schulschließungen zu berichten. In diesem Falle hat  wohl  ganz Sachsen-Anhalt vom Schulstreit innerhalb der Einheitsgemeinde  Gerbstedt Kenntnis. In der Zwischenzeit könnte man ein Buch dazu schreiben. Um die Dimension dieses Skandales zu erfassen, wird hier im Zeitraffer nochmals zusammengefasst.  Der Bericht wird umfangreich und ist gleichzeitig Lehrstück für viele andere Standorte, welche sich schon heute oder in naher Zukunft mit denselben Problemen beschäftigen müssen. Die Methode ist immer dieselbe....  Stadtrat Gerbstedt: Nach monatelangem Hin und Her beschließt der Stadtrat im Oktober 2019 die Schließung der Grundschule Siersleben auf das Schuljahr 2020/21 und die Schließung der Schule Heiligenthal für das Schuljahr 2022/23.  Dem Stadtrat wurden von der Verwaltung Unterlagen in Sachen Investitionsbedarf der einzelnen Standorte vorgelegt, von denen sich heute s

Sprechen wir mal "von Schule" - Klassenzimmer: Wartsaal oder "die zweite Lehrkraft" ?

Wir befassen uns heute mit  den Räumen in welchen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 - 16  mehr als die Hälfte ihres Lebens verbringen. Es sind zwei Punkte, welche im Vordergrund stehen: Nutzung des Raumes  und Möblierung. Der Titel deutet es schon an, hier geht es um die Nutzung. Das Bild links zeigt ein Klassenzimmer um 1900 herum.   Der dazugehörige Beitrag ist sehr lesenswert. Schule um 1900 eben. "Und auch aus diesen Jungs und Mädchen ist was geworden", höre ich bereits. Ja, das ist so. Das Bild rechts oben und die Bilder dieses Abschnittes zeigen Klassenzimmer von heute. In den meisten Grundschulen sehen wir nach wie vor die klassische Bestuhlung und sie besagt etwas: Gängigste Unterrichtsmethodik ist Frontalunterricht. Dies wiederum bedeutet für die Schüler: Viel sitzen, viel zuhören, wenig Eigenaktivität und Bewegung. Ja, es gibt auch andere Klassenraumbestuhlungen, sie sind lobend zu erwähnen, denn sie machen auf den ersten Blick klar, dass Unterric

Satzungen zur Schülerbeförderung der einzelnen Landkreise

Wir diskutieren eigentlich über eine Alternative zur gegenwärtigen Schulentwicklungsplanungsverordnung (SEPL-VO2014). Nachdem in einem ersten Kommentar aus dem Kultusministerium verneint wurde, dass es Verordnungen gäbe, welche die Haustür zu Schultüre Zeit von Grundschulkindern mit bis zu 75 Minuten für einen Weg als zumutbar bezeichne, möchten wir  diesen zugespielten Ball aufgreifen und das, was da in den Verordnungen steht, sichtbar machen. Dazu die Anmerkung: Nicht das Kultusministerium erstellt diese Regeln, sondern die Landkreise. Entsprechend unterschiedlich sind die Verordnungen gestaltet. Es werden jeweils zwei Zeiten angegeben. Ein Wert für Grundschüler, der zweite Wert ab 5. Klasse. Dazu verlinken wir die jeweiligen Verordnungen. Wir betonen: Das sind die  als zumutbar definierten Weg-Warte- und Umsteigezeiten  der Altersgruppen 6-10 und der zweite Wert gilt für Kinder ab 11 Jahren!!! Berechnet sind sie pro Weg . Hier die Übersicht: Landkreis Gru