Direkt zum Hauptbereich

Letzter Schultag - Schulschließungen gehen weiter!


Es ist wieder ein Jahr um. Nach den ca. 30 Schulschließungen im letzten Jahr werden diesen Sommer 7 Grundschulen schließen, im Falle von Angern läuft noch ein Gerichtsverfahren. 

Man beachte die tolle Wortwahl des Landesschulamtes: Quelle mdr
Der letzte Schultag steht am Freitag auch für sieben Grundschulen in Sachsen-Anhalt an. Anschließend werden sie geschlossen. Laut Landesschulamt hatten sie zuletzt zu wenig Schüler.

Niemand fragt, WESHALB  diese Schulen zu wenig Schüler haben:

  • Verweigerung der Bildung einer Anfangsklasse 2014 oder 2013, da zu wenig Schüler. Schule rutscht automatisch auch unter die geforderte Mindestschülerzahl.  Daraufhin Beschluss der Verwaltungsgemeinde für auslaufende Beschulung (unter den Vorgaben der damals noch gültigen SEPL-VO2014). Diese wurde bekanntlich nachkorrigiert und heute wäre Angern bestandsfähig.... 
  • Änderungen der Schulkreise, gebietsübergreifende Beschulung aufgelöst, da andere Schulen "gerettet" werden mussten. 
  • Genehmigung von Ausnahmegenehmigungen durch das Landesschulamt, womit Schulen unter die Mindestschülerzahlen fallen. Friedrichsbrunn, Hayn.
All das kann vermieden werden, indem endlich das starre Jahrgangsklassensystem im ländlichen Raum aufgelöst und durch Kombi-Klassen ergänzt wird (jahrgangsdurchmischte Klassenbildung). Rundherum wird diese Beschulungsform zum Erhalt der ländlich ortsnahen Grundschulversorgung vorgehalten. Unsere Landesregierung verweigert sich dieser Lösung, setzt weiterhin auf "größer ist besser". 


Es geht gleich weiter mit den Schließungen:

Im selben Beitrag ist zu lesen:
Vier weitere Schulen erfüllen die Mindestzahlen nicht, dürfen jedoch vorerst weitermachen. Die Grundschule Friedrichsbrunn im Harz erhielt eine Ausnahmegenehmigung. Einrichtungen in Harsleben, ebenfalls im Harz, sowie Wust und Rochau im Kreis Stendal können laut Schulamt zunächst als Außenstellen weitergeführt werden. Eigentlich sollte auch die Grundschule in Angern in der Börde schließen. Dagegen läuft derzeit eine Klage.

Da hätten wir also die nächsten 6 Kandidaten. Ergänzt werden muss diese Liste mit Standorten, welche für dieses Jahr weitere Ausnahmegenehmigungen erhalten haben für  Führung einer Anfangsklasse oder wegen Unterschreitung der geforderten Mindesschülerzahlen. Was ist mit der Grundschule Hoym, welche auf "Wunsch" des Landesschulamtes bereits dieses Jahr durch die Gemeinde Seeland hätte geschlossen werden sollen?

Im nächsten Jahr kommen dann erneut Kandidaten dazu, welche entweder Probleme mit Bildung von Anfangsklassen haben, oder unter die 60-er Grenze fallen. Und so wird es weiter gehen, Jahr für Jahr.. völlig unabhängig von STARKIII, welches auch noch dazu kommt.  

Zusammen mit den Schließungen 2013 liegen wir also bereits über den, von Dorgerloh 2014 prognostizierten, "vielleicht 40 Schulen, welche bis 2017 schließen müssen". Quelle  Dieses Verrechnen hat System und ist die alt bewährte Salamitaktik, schlechte Nachrichten zu vermitteln. Noch besser aber die Aussage Dorgerlohs vor wenigen Tagen:  Grundschulabbau ist abgeschlossen!

Wie und auf Basis welcher Daten  Herr Dorgerloh zur Einsicht kommt, dass der Schulschließungsprozess zu Ende sei, entzieht sich unserer Kenntnis! Nein, dieser Prozess geht so lange weiter, wie die SEPL-VO2014 bestehen bleibt Dazu publizieren wir heute abend unsere Presseerklärung, welche den Medien bereits zugegangen ist!

Wir haben vor zwei Jahren gesagt: "Unser Atem reicht bis zur Landtagswahl 2016".  Bereits vor dem Ende der Sommerferien werdet ihr das hören und andere werden es spüren. Je mehr dabei mitmachen werden, um so kräftiger der Sturm...

Zuerst wünschen wir jedoch euch allen
 erholsamen Urlaub, alleine oder im Kreise eurer Familien. Danke für eure Unterstützung auf unserem Weg.




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Siersleben/Gerbstedt: Staatsgewalt mit der Brechstange?

Es ist immer heikel, in einer aufgeheizten Stimmung  über lokale Schulentwicklungsplanung, bevorstehende oder geplante Schulschließungen zu berichten. In diesem Falle hat  wohl  ganz Sachsen-Anhalt vom Schulstreit innerhalb der Einheitsgemeinde  Gerbstedt Kenntnis. In der Zwischenzeit könnte man ein Buch dazu schreiben. Um die Dimension dieses Skandales zu erfassen, wird hier im Zeitraffer nochmals zusammengefasst.  Der Bericht wird umfangreich und ist gleichzeitig Lehrstück für viele andere Standorte, welche sich schon heute oder in naher Zukunft mit denselben Problemen beschäftigen müssen. Die Methode ist immer dieselbe....  Stadtrat Gerbstedt: Nach monatelangem Hin und Her beschließt der Stadtrat im Oktober 2019 die Schließung der Grundschule Siersleben auf das Schuljahr 2020/21 und die Schließung der Schule Heiligenthal für das Schuljahr 2022/23.  Dem Stadtrat wurden von der Verwaltung Unterlagen in Sachen Investitionsbedarf der einzelnen Standorte vorgelegt, von denen sich heute s

Sprechen wir mal "von Schule" - Klassenzimmer: Wartsaal oder "die zweite Lehrkraft" ?

Wir befassen uns heute mit  den Räumen in welchen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 - 16  mehr als die Hälfte ihres Lebens verbringen. Es sind zwei Punkte, welche im Vordergrund stehen: Nutzung des Raumes  und Möblierung. Der Titel deutet es schon an, hier geht es um die Nutzung. Das Bild links zeigt ein Klassenzimmer um 1900 herum.   Der dazugehörige Beitrag ist sehr lesenswert. Schule um 1900 eben. "Und auch aus diesen Jungs und Mädchen ist was geworden", höre ich bereits. Ja, das ist so. Das Bild rechts oben und die Bilder dieses Abschnittes zeigen Klassenzimmer von heute. In den meisten Grundschulen sehen wir nach wie vor die klassische Bestuhlung und sie besagt etwas: Gängigste Unterrichtsmethodik ist Frontalunterricht. Dies wiederum bedeutet für die Schüler: Viel sitzen, viel zuhören, wenig Eigenaktivität und Bewegung. Ja, es gibt auch andere Klassenraumbestuhlungen, sie sind lobend zu erwähnen, denn sie machen auf den ersten Blick klar, dass Unterric

Satzungen zur Schülerbeförderung der einzelnen Landkreise

Wir diskutieren eigentlich über eine Alternative zur gegenwärtigen Schulentwicklungsplanungsverordnung (SEPL-VO2014). Nachdem in einem ersten Kommentar aus dem Kultusministerium verneint wurde, dass es Verordnungen gäbe, welche die Haustür zu Schultüre Zeit von Grundschulkindern mit bis zu 75 Minuten für einen Weg als zumutbar bezeichne, möchten wir  diesen zugespielten Ball aufgreifen und das, was da in den Verordnungen steht, sichtbar machen. Dazu die Anmerkung: Nicht das Kultusministerium erstellt diese Regeln, sondern die Landkreise. Entsprechend unterschiedlich sind die Verordnungen gestaltet. Es werden jeweils zwei Zeiten angegeben. Ein Wert für Grundschüler, der zweite Wert ab 5. Klasse. Dazu verlinken wir die jeweiligen Verordnungen. Wir betonen: Das sind die  als zumutbar definierten Weg-Warte- und Umsteigezeiten  der Altersgruppen 6-10 und der zweite Wert gilt für Kinder ab 11 Jahren!!! Berechnet sind sie pro Weg . Hier die Übersicht: Landkreis Gru