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Vom kläglichen Versuch des Kultusministeriums, Landschulen schlecht zu reden! (3)

Wir fahren weiter und kommen zu den letzten Argumenten des Kultusministeriums zum Thema altersdurchmischtes Lernen, welches vom Aktionsbündnis angeregt wurde. Hier geht es um eine abschließende Beurteilung, welche mit der Konklusio an den Landrat endet: 
Aus dieser Vielzahl von quantitativen und qualitativen Gründen sind die Schulentwicklungsplane durch die gem § 22 SchuIG zustandigen Landkreise und kreisfreien Städte fortzuschreiben.

Klartext: Es gibt nichts zu diskutieren und zu verhandeln. Umsetzen!!!

Die Zusammenfassung  der Gründe hat uns schockiert und wir wollen hier erklären weshalb:

Bereits die Absicherung der verlasslichen Öffnungszeit der Grundschule an 5 Tagen zu
je 5,5 Zeitstunden benotigt ein größeres Zeitvolumen, als durch eine Lehrkraft abgesichert werden kann Defizite sind vorprogrammiert.

Ach ja? Lehrkräfte übernehmen in unserem Lande Auffangstunden, Pausenaufsicht Wartestunden, bis der Schulbus kommt etc.? Was machen denn die pädagogischen Mitarbeiter? Wie verhält es sich mit dem Zeitfenster der "verlässlichen" Öffnungszeiten in einer Zentrumsschule, wie bei einer Dorfschule? 5,5 Zeitstunden? Anderswo ist es gelungen, durch weitsichtige Zusammenlegung der Verwaltungsstrukturen von Hort und Schule schon längst zum System Tagesschule überzugehen, ohne "Schaden" für die Lehrkräfte. Auch DAS wäre eine Chance für die kleineren Schulen im ländlichen Bereich! 

So nachvollziehbar der Wunsch, kleine und kleinste Strukturen zu erhalten, auch sein mag, schulorganisatorisch ist das nicht zu befürworten
Damit wird auch erklärt, worum es geht: Um Schulorganisationsfragen, insbesondere Personalknappheit wegen der engen Einstellungskorridore durch das Finanzministerium. DESWEGEN sollen diese Schulen weg, Klassengrößen von über 25 Kindern "produziert" werden und das alles nennt sich dann Schulqualität!!!

Für die Kinder entsteht ein nicht ausreichendes Unterrichtsangebot bei einem unsteten Tagesrhythmus und hohem personellen Wechsel.
Eine Unverfrorenheit!!! Worin ist der "hohe personelle" Wechsel im Vergleich zur Zentrumsschule begründet, wenn man davon ausgeht, dass die "Fachstunden" von andern Lehrkräften gegeben werden müssen?? Hier wie da unterrichtet eine andere Lehrkraft! Kein Unterschied!

Worin besteht der unstete Tagesrhytmus? Sagenhaft!!! Will man damit behaupten, es sei in Sachsen Anhalt NICHT möglich, kinderfreundliche Stundenpläne für altersdurchmischte Klassen zu erstellen? Nein: Man will das alles schlicht und einfach NICHT!!!! Obwohl: Die Protagonisten dieser Schulplanung haben noch vor 4 Jahren andernorts vor der Presse altersdurchmischtes Lernen, Außenstellen etc. als erstrebenswerte Schulform für den ländlichen Raum propagiert!!! Sie wissen also ganz genau, wovon wir sprechen!!!!

Nicht ausreichendes Unterrichtsangebot! Wieviele Wochenstunden sind für Arbeitsgruppen reserviert??? WO findet das statt? Ausflüge in Museum A oder B macht nur die Zentrumsschule? 

Wie nachhaltig ist denn Themenunterricht in ortsnaher Umgebung unter Einbezug von Fachleuten, Schnitzen mit dem Schreiner, Modellieren mit der Töpferin, Dorfverschönerung als Nachhaltigkeitsprojekt, Dorfzeitung als Jahresprojekt für 3./4. Klässler, Quartalsthemen Schülerkonzert zu Weihnachten, Theater zum Dorffest? Meint man damit "unsteten" Unterricht? Dass diese Schülerschar motiviert lernt und mitarbeitet, bringt die Umgebung mit sich..  Zentrumsschule vermag das NICHT zu leisten, da der Ortsbezug für eine Mehrheit der Schüler gar nicht gegeben ist! Damit entfällt auch das langsame Einbinden in die Sozialstrukturen des Ortes.. 6-11-Jährige werden bereits zu "Wochenendaufenthaltern" an ihrem Wohnort konditioniert. Für mehr reicht die Zeit nicht...

Wir halten fest: Rund um Sachsen-Anhalt beginnen kleine Schulen DAS zu nutzen, was die unmittelbare Umgebung an natürlichen, personellen und institutionellen Ressourcen her gibt.  Ziel: Nachhaltiges Lernen und Leistungsoptimierung.  DAS ist ein zentrales Element der Grundschule!. Wir brauchen keine Universitätsstrukturen für 6-11-Jährige!  Gerade Sachsen-Anhalt BRAUCHT stabile und gut ausgebildete junge Leute. Dabei kommt der ortsnahen Grundschule als Bildungsort und ländlicher Strukturpfeiler eine zentrale Bedeutung zu!  NUR in Sachsen-Anhalt verweigert man sich dieser Argumentation! 

Als ob obige obskure Argumente nicht reichen würden, folgt dieser Satz.
Die Beziehungsebene als wesentliche Grundlage des Lernens wird gestört, so dass sich Lerntätigkeit und Selbstvertrauen nicht ausreichend entwickeln können!

Dieser Satz ist inhaltlich ein Skandal!!! Realitätsfremde, technokratische Kaltschnäuzigkeit aus dem Glashaus.

  • Ortsnahe Beschulung in kleinen Schuleinheiten stört die Beziehungsebene!!! 
  • Damit ist die Grundlage des Lernens gefährdet. 
  • Folge: Lerntätigkeit und Selbstvertrauen können sich nicht ausreichend entwickeln. 
  • Das Kultusministerium sagt also nicht mehr und nicht weniger als: Kleine Schulen mit "nur" 50 Schülern gefährden Persönlichkeit und Lernerfolg Ihrer Kinder!
  • In einen weiteren Zusammenhang gestellt: Viele Bundesländer, die meisten Länder Europas gefährden mit ihren Beschulungsformen für den ländlichen Raum das Wohl der Kinder!!! 
  • Das "familienfreundliche" Sachsen-Anhalt aber sorgt dafür, dass das nicht passiert.... 
  • Seltsam nur, dass inzwischen neben den Eltern und Kindern auch die Lokal- und Kreispolitiker diesen Plan nicht mehr mittragen, weil sie gemerkt haben, dass sie sich selbst wegrationalisieren, da ihre ländlichen Regionen wegbrechen werden! Es hat lange gedauert, aber nun wachen sie auf.

Wo ist einer der, in diesem Brief nicht namentlich genannten, "Fachleute", welcher diese unerhörte Behauptung, was das Kindswohl betrifft, abgestimmt mit den Schulstudien für den ländlichen Bereich der letzten 5 Jahre, bestätigt? 

Bis diese Antwort eintrifft, müssen wir uns  unsern Kindern gegenüber wohl etwas anders zu verhalten beginnen. Schließlich möchten wir  ihr "Selbstvertrauen" und die "Lerntätigkeit" nicht  gefährden. Vor allem aber müssen wir sie vorbereiten auf eine Umgebung, in welcher Vieles NICHT so ist, wie man es öffentlich sagt. Wir müssen ihnen erklären:

  • Schnee (so er denn fällt) ist schwarz
  • im Feuer erfriert man
  • Schulbusfahren bildet!!! (Link, bitte anklicken!!!)
  • Um 05:30 aufstehen stärkt das Selbstvertrauen!  "Besonders klar zeigt sich dies bei Kindern!!" Link, bitte anklicken!
  • Denn: Wir schicken dich jetzt in eine 15 Kilometer entfernte Umgebung für störungsfreie Beziehungspflege.
Die Geschichte vom Storch muss auch neu geschrieben werden:"Kind, der Storch bringt keine Kinder mehr. Man hat ihm das Nest genommen. Deswegen packen jetzt viele ihre Koffer, suchen Storchennester. Nicht hier. Sie brechen auf in ein Land, in welchem Storchennester geschützt sind.!" 

Erwachsenen kann man den Sachverhalt anders erklären: 
Familienvertreibung aus dem ländlichen Raum!    Nicht mehr und nicht weniger!


Um so lauter fordern WIR:


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