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Willkommen an unserem Tagungsort Hoym!!


Liebe Unterstützer unserer Petition "Stoppt Schulschließungen- Fördert Landschulen!", geschätzte Interessenten  am Aktionsbündnis "Grundschulen vor Ort". Morgen findet also unsere erste Veranstaltung statt, an welche wir Sie alle nochmals erinnern und einladen möchten.

Hoym: Ein Beispiel für weitere über 100 gefährdete Schulstandorte.

Unser Tagungsort ist nicht ganz zufällig gewählt. Nein, symbolisch gibt es über 100 weitere Hoyms, deren Schließung in den Jahren 2014-2017 bevorsteht.  Wir möchten Sie einladen, kommen Sie hierher, schauen Sie den Ort an, besuchen Sie unseren Workshop um 10 Uhr und/oder unsere Info-Veranstaltung um 15 Uhr. Nutzen Sie dazwischen die Zeit und spazieren Sie durch den Ort: Im Schloß Hoym findet am selben Tag ein Fest statt, an welchem das ganze Dorf teilnimmt, gleich daneben werden Sie die Grundschule Prinzenhaus sehen,
auf der andern Seite die Sporthalle. Schule und Turnhalle sollen ab 2017 geschlossen werden. Der Grund ist nicht etwa, dass da keine Schüler mehr wären. Nein, ganz im Gegenteil. Nur wurde per  Verordnung die neue Mindestschülerzahl für Grundschulen von 40 auf 80 erhöht. Das ist zuviel für den Ort..


Betrachten wir die Struktur etwas genauer:

Hoym, überaltert, aber da ist auch eine nicht zu übersehende Anzahl von jungen Menschen, Familien mit kleinen Kindern, Schwangere.
Im Ort findet man noch das Gasthaus mit Saal (wo wir tagen werden), den Bäcker, viele kleine Geschäfte und am Ortsrand die Supermärkte.
Kita ist da, Hort ist da, Schule ebenso.

Die Prognose? Die Bevölkerung wird ganz klar abnehmen. Daneben lebt jedoch eine grösser werdende Gruppe junger Menschen. Sie betreiben hier Geschäfte, sind selbstständig tätig, arbeiten in einem der Hoymer Betriebe oder der näheren Umgebung. Ich schätze, es dürfte sich da um ca. 600 -800 Personen im Familiensegment handeln.
Viele von ihnen sind verheiratet, haben bereits Kinder, andere sind im heiratsfähigen Alter und sie alle schätzen die intakte Infrastruktur des Ortes. Auch Familien sind zugezogen. Für sie war die Schule ein zentrales Argument.



Man könnte nun sagen:"Konzentrieren wir uns auf diese 800 Menschen, deren Kinder und die Wahrscheinlichkeit von Neuzuzügen. 800 Personen, das ist die Demographie-Delle, welche Hoym im schlimmsten Falle erlebt, aber ab dieser Zahl geht es aufwärts. Mit guter Infrastruktur schneller, ohne Infrastruktur eher wieder abwärts. Denn, dieses Dorf   lebt! Kommen Sie nächste Woche nochmals vorbei!!!!!



Wesentlicher Bestandteil ist die Grundschulversorgung vor Ort. Genau diese soll aber 2017 aufgehoben werden. Grund? Voraussichtlich keine 80 Schüler...

So ein Pech!! In Bayern werden Schulen mit mehr als 25 Kindern im ländlichen Bereich NICHT mehr geschlossen. Neue Unterrichtsformen machen es möglich, diese Standorte zu halten.

So ein Pech!! Wir haben diese Verordnung nicht. Schließung der Schule bedeutet hier ganz konkret Zerstörung von gesunder Dorfinfrastruktur.

Bei uns gilt die Losung: "Gute Schule braucht eine bestimmte Grösse".. und diese liegt offenbar bei 80 Kindern. Über diese Aussage würden die meisten Schulplaner unserer europäischen Nachbarländer nur den Kopf schütteln.

Finnland, ein Musterland in Sachen Bildungserfolg, könnte glatt 35% all seiner Schulen  schließen.... Machen sie aber nicht, sondern sagen:"Unser Schulsystem muss mit 2 Lehrkräften oder mit 100 Lehrkräften funktionieren." Das heißt, Finnland verfügt über ein elastisches Schulsystem mit Schulhäusern ab 20 Kindern. ... Bayern zieht nach... 25 Schüler... Elastisches Schulsystem in Finnland,  in Bayern, starre Einheitsschule in Sachsen-Anhalt.

In Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien gibt es Hunderte solcher Kleinstschulen im ländlichen Raum!

Wir wollen, dass das Kultusministerium diesen Realitäten Rechnung trägt und schulorganisatorisch und          -politisch neue Wege beschreitet. Deswegen das Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort.

Herzlich willkommen zu unserer Veranstaltung!
Herzlich willkommen in Hoym! Einem von über 100 Grundschulstandorten, welche NICHT geschlossen werden dürfen! 

Wir glauben an die Zukunft des ländlichen  Sachsen Anhalt
..mit ortsnaher Grundschulbildung für unsere 7 -11 Jährigen.
Mit einem fortschrittlichen, elastischen Landschulsystem
könnte sich Sachsen-Anhalt als familienfreundliches Bundesland
glaubwürdig profilieren! Das wünschen wir uns!

  Dafür stehen wir früher auf !!  

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