Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Leserbrief aus Wust

Samstag, 5. Juli 2014

Leserbrief aus Wust

Grundschule Wust
Mein Name ist Anja Meyer, ich bin Gemeinderatsmitglied in Wust-Fischbeck in der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land. Unser Sohn ist eines von 12 Kindern, die dieses Jahr bei uns in Wust eingeschult werden. Als Eltern ist man natürlich mindestens genauso aufgeregt wie das Kind und ich möchte sagen, dass wir uns an unserer Wuster Grundschule sehr gut aufgehoben fühlen. Die Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule klappt so toll, dass den Kindern der Übergang in die Schule wirklich sehr schön gestaltet wird, z.B. durch gemeinsame Aktionen wie den "Trommel-Tag", durch Ausflüge, durch die wöchentliche Teilnahme einer Lehrerin an der Kita-Zeit. Unsere Einschüler kennen also sowohl die zukünftigen Schulkameraden als auch das Schulgebäude selbst wie auch die Lehrerschaft.

Nun wurde uns auf unserer letzten Elternversammlung in der Schule durch unsere jetzige Direktorin Frau Kaiser-Wenzlau mitgeteilt, dass die Einschulungsveranstaltung nicht, wie sonst die Jahre üblich, in Wust stattfinden soll, sondern in Schönhausen. Wir wurden um Verständnis dafür gebeten, weil es ja damit zusammen hinge, dass ab dem Schuljahresbeginn 2014/15 die Wuster Schule nur noch als Außenstelle von Schönhausen laufe.
Was mich dabei ärgert ist, dass wir Eltern immer für alles Mögliche Verständnis aufbringen sollen - die Sparpläne von Minister Bullerjahn, die Schulentwicklungsplanung von Minister Dorgerloh, die daraus resultierenden Beschlüsse der Verbandsgemeinde und des Kreistages usw. usf. Wer hat denn Verständnis für uns Eltern aus Wust?! Ist es denn wirklich zuviel verlangt, die voraussichtlich letzten zwei Einschulungsveranstaltungen für Wust auch hier vor Ort stattfinden zu lassen?
Warum sollen wir unsere Kinder, die den Zusammenhang mit Schönhausen noch gar nicht in vollem Umfang begreifen, am 06.09.14 erst nach Schönhausen bringen, damit sie dort an der Feierstunde teilnehmen, um sie danach in einen Bus zu setzen, der sie zurück nach Wust fährt, damit sie dann hier ihre "1. Unterrichtsstunde" verbringen dürfen, um sie dann von hier wieder abzuholen? Das ist eine völlig unnötige Hin- und Herfahrerei, nicht nur für die zukünftige Klassenlehrerin inkl. der zusätzlichen Kosten für den Extra-Bus sondern auch für uns Eltern, Verwandte und die Kinder. Denen müsste man ja dann auch begreiflich machen: Ja, die Einschulungsfeier findet jetzt in Schönhausen statt, aber zur Schule geht ihr dann in Wust.
Wo bleibt da das vielzitierte Kindeswohl? Wo bleibt da das Verständnis für unsere Wünsche?
Es kann doch nicht so schwierig sein zu sagen, gut - die Wuster Kinder haben ihre Einschulungsfeier wie gewohnt in Wust mit einem Programm, welches wie sonst auch von den älteren Klassen gestaltet wird. Anschließend an die Schönhauser Feier kommt Frau Bos, die Direktorin von Schönhausen (und dann auch von Wust) nach Wust gefahren und beteiligt sich an unserer Veranstaltung. Wir würden uns ja freiwillig hintenan stellen und der große wirtschaftliche Vorteil wäre der, dass in diesem Falle nur eine Person fahren bräuchte und man die Kosten für den zusätzlichen Bustransport der Kinder sparen könnte. Da ja die Gemeinden offiziell auf Sparkurs sind, wäre unser Vorschlag doch unbestreitbar sinnvoller.
Es ist sicherlich wahr, dass die Wuster Schule vielleicht nicht ewig bestehen bleibt, aber da unsere Kinder mindestens noch die nächsten zwei Jahre hier zur Schule gehen, sollen sie bitte auch hier ihre Einschulung feiern dürfen!!
Wenn Frau Bos sagt, dass wir sowieso in zwei Jahren unweigerlich in den sauren Apfel beißen müssen, können wir das immer noch dann tun, wenn es soweit ist. Jetzt schon von uns zu verlangen, einen schönen Schein mit nach außen zu transportieren, hinter dem wir nicht stehen, ist einfach nur egoistisch.
Ich hoffe, dass dieser Brief einige der beteiligten Entscheidungsträger dazu bewegt, ihre Meinung doch noch einmal zu Gunsten unserer Einschüler zu ändern! Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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