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Schulplanung: Zum Terminus "langfristig" und Verlässlichkeit!

Erstaunlich, die Sicht des Kultusministeriums. Hier ist sie übrigens, die Logik von der wir dauernd sprechen. 

Zuerst Ausnahmeregelungen in den Raum stellen und dann mit Hinweis auf mögliche Ungleichbehandlung ablehnen und vorwurfsvoll nachschieben "das habt ihr doch schon beschlossen!" Das alles in ein- und demselben Beitrag!

Teil1: Das Kultusministerium verteidigte derweil sein Konzept. Es gehe grundsätzlich um eine „moderate Anpassung“ an die Bevölkerungsentwicklung. Dazu würde die bestehenden Ausnahmen „zurückgefahren“, sagte Sprecher Martin Hanusch. Besonderheiten würden jedoch weiter berücksichtigt. So könne es durchaus sein, dass eine Schule ein oder zwei Jahre die Mindestschülerzahl unterschreite, ohne geschlossen zu werden. „Da gibt es keinen Automatismus, entscheidend ist die mittelfristige Perspektive einer Schule“, sagte der Sprecher. Ausnahmen seien auch möglich, wenn die Fahrtzeit für die Kinder länger als 45 Minuten dauere oder aber Schulen nach einer Fusion eine Außenstelle einrichten wollen.

Teil 2:
Die Kritik aus einzelnen Landkreisen werde zwar geprüft, sagte Hanusch, grundsätzlich bleibe die Planung aber bestehen. „Das hat auch etwas mit Verlässlichkeit zu tun, schließlich haben wir langfristig auf die Veränderungen hingewiesen.Die große Mehrheit der Landkreise habe außerdem bereits die Schulentwicklung mit den neuen Mindestschülerzahlen beschlossen. Würden nun einzelne Änderungswünsche berücksichtigt, wäre das eine „merkwürdige Ungleichbehandlung“.  Quelle mz 

Na, dann halten wir einmal dagegen. 

Langfristig = von langer Dauer, über eine lange Zeit.
Man könnte also davon ausgehen, dass da mindestens seit Jahren an einer Lösung gebastelt wird und diese auch kommuniziert worden ist. 
Langfristig erweckt  ja auch den Eindruck von seriös, verlässlich und das wird 
von Herrn Hanusch gezielt angewendet.

Schauen wir mal genauer hin!!!!!

Koalitionsvertrag CDU/SPD 2011
„Die Koalitionspartner sind sich darin einig, das bestehende Schulnetz im Land zu sichern. Schulschließungen, die über die gültige mittelfristige Schulentwicklungsplanung der Schulträger bis zum Schuljahr 2013/2014 hinausgehen, sollen möglichst vermieden werden. Das gegenwärtige Prinzip einer regional differenzierten Schulnetzplanung soll auch im neuen Planungszeitraum ab 2014/2015 fortgeführt werden.“

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Jens Bullerjahn
"Rückläufige Geburtenraten haben in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass
Schulen und Kitas gerade im ländlichen Raum geschlossen werden mussten. Wir haben die
Weichen dafür gestellt, dass das jetzige Schulnetz erhalten bleibt. Wer bessere Bildung will, muss auch über die Anzahl der Lehrer im Land sprechen. Diese Diskussion ist aktuell". Jens Bullerjahn 2010 04.02.2010 S.18 
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Intensiv ging man auch auf das Thema Schulschließungen und lange Schulwege ein. Da ließ die klare Aussage Bullerjahns aufhorchen, aus der Sicht der Landesregierung sei die Zeit der nur an Kinderzahlen orientierten Schulschließungen vorbei. Auch kleinere Landschulen würden zukünftig wieder Lebensrecht bekommen. Bullerjahn 2010
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"Wichtiges Ziel ist, Sachsen-Anhalt zu dem familienfreundlichsten Land in Deutschland zu machen, indem die Bevölkerungsentwicklung und Familienplanung positiv beeinflusst werden.....…..Wir wollen auch, dass die Menschen weiter im ländlichen Raum leben, aber es müssen auch dementsprechende Strukturen bei der ärztlichen Versorgung geschaffen werden." Rainer Haseloff am 14.06.2011 mz

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und dann noch dies: 2 Jahre später

 Bullerjahn:  Meine These lautet seit Jahren: Wir müssen dort investieren, wo es wichtig ist. Ich finde, wir sollten das Geld vor allem für mehr Ganztagsschulen, eine moderne Ausstattung aller Schulen und Kitas mit ansprechenden Möbeln und einer zeitgemäßen IT-Ausrüstung ausgeben, die dann auch energetisch auf ganz hohem Niveau stehen    Das ist doch wichtiger, als dass die Schule gleich um die Ecke liegt! Wer aber ein System mit vielen kleinen Schulen will, der müsste auch bereit sein, dafür mehr Steuern zu zahlen. Oder an anderer Stelle zu sparen. Quelle 23.6.2012
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Ja, wir sind platt!!! So viel Verlässlichkeit und langfristige Planung raubt uns den Atem!!!

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