Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Moratorium? Ja, Moratorium = Notbremse

Freitag, 31. Januar 2014

Moratorium? Ja, Moratorium = Notbremse

Ideal für den ländlichen Raum?
Wir möchten an dieser Stelle ganz kurz unsere Beweggründe für den Entscheid Petition darlegen. Bis im Dezember haben wir intern immer wieder das Thema Volksinitiative zum Erzwingen einer Volksabstimmung diskutiert. Es war uns bewusst, dass ein solches Projekt praktisch ein Vollzeitengagement und letztlich auch den Einsatz erheblicher finanzieller Mittel erfordern würde. Die Erfolgsaussichten des Begehrens haben wir auf weniger als 50% geschätzt.

Begrenztes Zeitfenster
Vor allem jedoch bereiteten uns die zwei verschiedenen Zeitachsen Bauchschmerzen.  Eine Volksabstimmung fände frühestens Mitte 2015 statt. Zu dem Zeitpunkt sind jedoch die Schulentwicklungspläne bereits geschrieben und an vielen Orten liegen Förderbescheide von StarkIII vor, wird gebaut. Selbst bei einem positiven Volksentscheid wäre das enstehende Chaos kaum zu entwirren. 

StarkIII/2. Etappe ist noch nicht gesprochen, noch keine Verordnungen. DAS ist die Chance.

 "Das ist nicht so, es kann derzeit keiner sagen, wie Stark III am Ende aussieht."  Zitat 51. Stadtratssitzung Halle vom 29. Jan. 2014.   Ticker 16:21 Lesenswertes Protokoll zum Thema Schulplanung=Buhlen um Fördermittel!!!!

Dieser kleine Satz bedeutet Folgendes: Ohne die genauen Förderbedingungen zu kennen, insbesondere auch: "Was wird tatsächlich auf die Standortgemeinden  zukommen?", wird derzeit die Schulentwicklungsplanung mit Hochdruck vorangetrieben, werden "optionale" Entscheide getroffen. 

Chance nutzen: Moratorium
Eigentlich wäre dieses Warten auf StarkIII der ideale Zeitpunkt, einen Moment innezuhalten, die konkreten bisherigen Auswirkungen dieser Planungsverordnung zu überprüfen. Man würde feststellen, dass verschiedene Regionen in wenigen Jahren ein derart ausgedünntes Grundschulnetz haben werden, dass die hier lebenden Familien neu zu planen beginnen müssen und Zuzug von jungen Familien völlig einbrechen wird. Das ist heute schon die Klage vieler Bürgermeister und Unternehmer.

Gründliche Prüfung unseres Schulmodells für den ländlichen Raum
Dieses muss nicht erprobt werden, das ist es schon längst in ganz Europa. Immer mehr Bundesländer steigen auf dieses Gefährt um. Hier passiert das Gegenteil. Mit der Verdoppelung der Schülerzahlen werden Schulen mit dem Argument "zu wenig Schüler" gleich dutzendweise geschlossen. Das ist vergleichbar mit der Anschaffung eines neuen Gelenkbusses ohne passive Hinterradlenkung, der nun auf Trabi-Strassen durch die Dörfer kurven soll. Der jetzigen Planungslogik folgend heißt es dann. "Unser Bus kommt da nicht durch, wir müssen die Häuser abbrechen", und niemand fragt: Was soll denn dieses Monstrum von Bus überhaupt in unseren Dörfern...

Bis heute  gibt es zu unserem wendigeren und anpassungsfähigen Busmodell (altersdurchmischte Beschulung und Erhalt sämtlicher Schulstandorte) keine substantielle Auseinandersetzung. Das ist auch schwierig, weil es ist praxiserprobt, prädestiniert für den ländlichen Raum.

Stattdessen werden Behörden unter großem Zeitdruck und dem Wedeln mit StarkIII Millionen weiter gedrängt, ihre Zukunft mit dem gigantischen Gelenkbus zu planen, (Hier ein aktuelles und anschauliches Beispiel) sich selbst die Standbeine (Schulen und damit verbunden noch viel mehr) zu amputieren. Wer macht sowas freiwillig?  

Was haben eigentlich unsere Kinder davon? Sie kriegen  neue Autobusse....

Deswegen Moratorium. Deswegen Notbremse.  Hier geht es zur Petition

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