Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: EU-Fördergelder (5): Wo bleiben Qualität, Logik und Nutzen für den ländlichen Raum - für die Kinder???

Samstag, 5. Oktober 2013

EU-Fördergelder (5): Wo bleiben Qualität, Logik und Nutzen für den ländlichen Raum - für die Kinder???

Grundschule Dobritz
Dutzende von Gemeinden und Hunderte von Ortsteilen suchen derzeit in Sachsen-Anhalt nach Lösungen, wie sie „ihre“ Schule halten können, mit welchen Mitteln die SEPl-VO2014 umgangen werden könnte, z. B Neuordnung der Schulkreise. Das wiederum führt dann für Kinder dazu, dass ihr Schulweg nicht mehr 3 Kilometer, sondern 15 Kilometer beträgt und gleichzeitig die Schule, welche sie bisher besucht haben akut von Schließung bedroht wird. Ein aktuelles Beispiel von Vielen.


Grundschule Hoym
Es geht auch nicht um die Frage nach Kultur, Tradition, Geschichte eins Ortes. Nein, vielmehr sind es Seilschaften von Interessierten, welche einen Schulstandort gegen den Willen anderer Ortsteile erzwingen. Eine neue Schule im Niemandsland auf Kosten zweier bereits bestehender Schulanlagen in intakten Dörfern. Das alles wegen einer nicht hinterfragten Verordnung, welche niemand in Zweifel zu ziehen wagt. Die Ursache für all diese Umtriebe sind nicht fehlende Schülerzahlen, sondern eine willkürlich von der Landesregierung verdoppelte Mindestschülerzahl. DAS ist der Angriff auf den ländlichen Raum! Gestützt mit ELER-Geldern.

Grundschule Ausleben
Wieviele Millionen wurden und werden  da vergraben?
Unwichtig scheint in dieser Planung die Tatsache, dass in verschiedenen Schulanlagen in den letzten 15 Jahren hohe Geldbeträge für Modernisierung ausgegeben wurden. Nun sollen die Anlagen geschlossen werden, weil man andernorts dank EU-Geldern neue Infrastrukturen errichten möchte. Hier werden Millionenbeiträge mit einem Federstrich abgeschrieben, die von den Standortgemeinden zu amortisieren waren...!
In KITAS investieren und gleichzeitig Schulen schließen. 
Es fragt sich im Weiteren, weshalb weiterhin in KITAS im ländlichen Raume investiert wird, wenn die Grundschulen reihenweise geschlossen und in 8 -15, teilweise 20 Kilometer entfernten Zentren zusammengefasst werden. Es ist absehbar, dass diese KITAS in Kürze unterbelegt sein werden. Hinausgeworfenes Geld.
Ursprünglich wurde diese Schulplanung mit Spardruck / Sparpotential begründet. Dieses wurde nie zahlenmässig umrissen und ist auch nicht gegeben, denn es entstehen in andern Bereichen massive Mehrkosten. So bleibt nur noch das Argument des Personaleinsatzes, der Personalplanung. Gute Schule erfordere eine Mindestgrösse und „Zwergschulen“ mit weniger als 80 Kindern seien nicht rentabel. Erschreckende Argumente, welche zeigen, dass die Verantwortungsträger offensichtlich nicht auf dem letzten Stande der Grundschul-und Regionalplanung sind. Das alles zeigt, wie einseitig und NICHT vernetzt das Thema ländliche Entwicklung betrachtet wird. Es findet letztlich keine Entwicklung, sondern ein EU-subventionierter Leistungsabbau statt.
Und die Kinder, um die es eigentlich geht?
Sie bleiben auf der Strecke und zwar in jeglicher Hinsicht:
  • unzumutbare Schulwege
  • kinder- und jugendpsychologisch und -pädagogisch verkehrter Bildungsansatz
  • anonyme Schul- und Lehrumgebung
  • kein Aufbau von Bezügen zum und Vernetzung im eigenen Wohnort usw.
    Dafür kommen sie in den Genuss von wöchentlich bis zu 12 Stunden Busfahrt. 

Das alles findet in Sachsen-Anhalt statt unter dem Motto EU-subventionierte ländliche Entwicklung. ELER und EFRE sei es gedankt! 


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