Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Grundschul-Entwicklungsplan Mansfeld Südharz: Aktionsbündnis empfiehlt Ablehnung

Montag, 17. Februar 2014

Grundschul-Entwicklungsplan Mansfeld Südharz: Aktionsbündnis empfiehlt Ablehnung

Am 19. Februar tagt der Kreistag des Landkreises Mansfeld Südharz. Zur Abstimmung kommt der Schulentwicklungsplan für den Landkreis. Nach letzten Informationen soll über die einzelnen Schultypen der allgemeinen Schulen getrennt abgestimmt werden. Dies ergäbe die Möglichkeit, dass die unbestrittenen Pläne für die Sekundarschulen etc. genehmigt werden können und  die Kreistagsdelegierten sich dann gezielt zum Grundschulentwicklungsplan äußern können. 

Sollte trotzdem das gesamte Paket in einer Abstimmung zu genehmigen sein, empfehlen wir Ablehnung des Gesamtpaketes, da die Folgen  der Grundschulplanung für den ländlichen Bereich verheerend sein werden, und dies gilt für alle andern Landkreise in Sachsen-Anhalt genau so:


Rot: zu schließen, Schwarz: geschlossen
  • Grundschulfreie Zone entlang Hochharzstrasse bis Niedersachsen (da auch der Landkreis Harz die Hochharzschulen bis 2018 schließt). Ausnahme Standort Harzgerode.
  • Keine Grundschulen, kein Familiennachzug. Die Dörfer sind nicht mehr überlebensfähig.
  • Völlig unzumutbare Schulwege für 6-Jährige! Oberes Einetal 1 Stunde reine Busfahrt bis Mansfeld, von Wippra nach Sangerhausen 18 Kilometer, für die Schüler im westlichen Sangerhausen bis 25 Kilometer nach Großleinungen. Diese Wege sind durch die Transportverordnung NICHT gedeckt. (75 Minuten von Tür zu Tür inkl. Wartezeiten vor und nach der Schule.) Versprechungen, das könne man später regeln, sind unserer Meinung nach NICHT akzeptabel und in SEPL-VO2014 NICHT vorgesehen
  • Was hier beschlossen werden soll, bedeutet, in Verbindung mit STARKIII, dass die Grundschulplanung für die kommenden 15 Jahre festgezurrt wird und keinerlei Korrekturen mehr möglich sind. (Stark-III geförderte Schulen brauchen Bestandssicherheit von mindestens 100 Schülern bis 2029, dies die Vorschrift)
  • Es kann nicht sein, dass Schulplanung aus einem Richtwert, bestehend aus drei Zahlen, besteht und damit gewachsene Strukturen zerschlagen und Regionen von der Grundschulversorgung abgeschnitten werden.
  • Wir machen die Kreisdelegierten darauf aufmerksam, dass mit dieser Schulplanung (nicht kommuniziert!!!!) in Verbindung mit STARKIII der Übergang zum zweizügigen Standard für Grundschulen umgesetzt wird!160 Kinder? Das kann der ländliche Raum nicht leisten!
Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort hält fest:


Wir haben nicht zu wenige Schüler, sondern eine Schulentwicklungsplanungsverordnung (SEPL-VO2014), welche die Mindestschülerzahlen in unserer Region von 40 auf 80 verdoppelt, somit praktisch alle Schulen als nicht bestandsfähig erklärt und daraus Handlungsbedarf ableitet.
  • Diese Eckwerte sind für den ländlichen Raum unzumutbar, nicht erfüllbar.
  • Wir haben zusätzlich Mindestschülerzahlen für die ersten Klassen von 15 Schülern, ab 2017 20 Kindern. Diese Norm ist eine Schulschließungsnorm, nirgendwo angewendet und auch bei Umsetzung der Schulplanung an den neuen Standorten NICHT zu halten. Hier werden dann sehr wohl Klassen mit 16 Schülern geführt werden... (33 Schüler in der Einschulung ergibt zwei Klassen mit 16 und 17 Kinder. Was dort also problemlos möglich ist, ist bei einer einzügigen Schule ein Schließungsgrund? Nicht nachvollziehbar!!!!
  • Der Vorschlag altersdurchmischtes Lernen, etwas was in ganz Europa im ländlichen Bereich zur Anwendung kommt, wurde in den Anhörungen in Magdeburg als gutes Beschulungsmodell anerkannt. Damit lassen sich die Spar- und Qualitätsziele des Kultusministeriums genau so erreichen. Es müsste keine einzige Schule geschlossen werden und Transportkosten in Millionenhöhe würden eingespart. 
  • Die Entscheidungs-Spielräume würden eine solche Umsetzung nicht zulassen, wurde uns gesagt....
Deswegen verlangt Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort ein Schulschließungsmoratorium vor den Kommunalwahlen 2014. Das bedeutet einen Schulschließungsstopp, Neubeurteilung der Situation im ländlichen Bereich. Genau diesen Weg hat der Freistaat Sachsen 2013 beschritten. Grund: Stützung des ländlichen Raumes mit flexibleren Beschulungsformen auf der Grundstufe. Bayern macht dies schon länger: Schulen im ländlichen Bereich mit mehr als 25 Kindern werden nicht mehr geschlossen.

Wir empfehlen, den Schulentwicklungsplan gesamthaft, oder im Falle einer gestaffelten Abstimmung den Bereich Grundschulplanung abzulehnen.

Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort







Sachsen-Anhalt wird buntWer jetzt nicht aufsteht, bleibt auf der Strecke...  Weitere Infos!!


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