Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Schulplanung Mansfeld-Südharz (4): Sandersleben, DIE Nullnummer!!!!

Samstag, 25. Januar 2014

Schulplanung Mansfeld-Südharz (4): Sandersleben, DIE Nullnummer!!!!

Übersichtskarte
Die folgende Analyse des Ortes sei hier erlaubt, um gleichzeitig auf die grundsätzliche Problematik von Eingriffen in bestehende Ortsstrukturen hinzuweisen:

Die noch junge Stadt Arnstein, bestehend aus zwölf Ortsteilen, von denen zwei, Wiederstedt und Arnstedt 2010 zwangseingemeindet wurden, hat mit Stand 31.12.2012  7180 Einwohner und eine Flächen von 121,71 km². Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 59 Einwohnern km².

Die beiden grössten Ortsteile Wiederstedt (1074 Einw.) und Sandersleben (1901 Einw.) mit 41% der Gesamteinwohnerzahl Arnsteins liegen ganz im Osten der Stadt. Derzeit führt die Stadt Arnstein zwei Grundschulstandorte, die Grundschule Einetal in Welbsleben (105 Schüler) und die Grundschule Geschwister Scholl in Sandersleben (75 Schüler), in welche in den letzten Jahren erhebliche Geldmittel geflossen sind. Die Grundschule in Sandersleben müsste
nach geltender Verordnung spätestens 2017/18 geschlossen werden, weil sie dann nicht 80 Schüler aufweist. So steht es inzwischen auch im Entwicklungsplan, ist eigentlich beschlossene Sache.

Grundschule Sandersleben
Eine Schließung dieser Schule hat gravierende Folgen für die Stadt Arnstein, alte Gräben (Zwangseingemeindung) werden aufgerissen und diesmal würde sich die Diskussion um Schulkreise und Beschulung außerhalb der Stadt im benachbarten Hettstedt entzünden, da die dortigen Schulorte näher liegen, aber voll sind.

Entscheidend für die Stadt Arnstein ist die Tatsache, dass mit einer Schließung der Schule Sandersleben der größte Ortsteil an Attraktivität verliert, obwohl sich gerade da in den letzten Jahren junge Familien angesiedelt  haben und sehr aktiv ihre demokratischen Rechte wahr nehmen. Für Wiederstedt ist Sandersleben (4 km entfernt) ein nahe gelegener Schulstandort, was man von Welbsleben (10 km entfernt) als Ersatzschulort nicht sagen kann.  Dessen regionales Einzugsgebiet ist das Einetal mit seinen kleinen Dörfern und diesbezüglich nimmt die GS Welbsleben eine Zentrumsfunktion ein.

Eine strukturelle Schwächung und das Risiko eines weiteren demographischen Knicks im Osten der Stadt gefährdet dieselbe existenziell. 

Es ist hochproblematisch, am Reißbrett ein geographisches Schulzentrum zu schaffen und gleichzeitig die Grundschulen aus den Orten zu nehmen, welche eigentlich gewachsene Zentren sind.  (Hoym-Frose-Nachterstedt lassen grüßen!!!)

Schließung Sandersleben: Null Personalersparnis, dafür zusätzliche Transportkosten von rund 40 000 € im Jahr!!!

Die Schülerzahlen von Sandersleben und Welbsleben sind bis 2020 recht stabil. Beide Schulstandorte haben Potential und können dank ihrer Nähe zu Grundzentren mit Zuzug rechnen. Es ist also heikel, nur auf Prognosen abzustützen. Kommt dazu, dass in Welbsleben die Klassen recht hoch belegt sind. Mit dem Zuzug aus Sandersleben würde Welbsleben zweizügig geführt.

Indem man Sandersleben  schließt, setzt man, bildlich gesprochen, Schüler und Lehrkräfte in einen Bus, fährt sie nach Welbsleben, wo sie das machen, was sie schon in Sandersleben gemacht haben: Schule. Juhuuu!!!

Da die Reise nun über zwei, teilweise drei Tarifzonen geht, entstehen zusätzliche Transportkosten von rund 40 000 €, ein zusätzliches Fahrzeug der Verkehrsbetriebe ist nötig, oder bringt man 75 Kinder in einen Bus??) und: Falls es weiterhin keine direkte Linie Sandersleben-Welbsleben gibt, heißt es Umsteigen in Wiederstedt.... Das alles wird dann beworben mit dem Slogan: Moderne Schulinfrastruktur, familienfreundliches Sachsen-Anhalt. Wie die Thematik Hort gelöst werden soll, lassen wir mal außen vor

Ja, was ist denn der Sinn dieser Übung?
Auf den ersten Blick absolut sinnlos und: Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort sagt."Das IST sinnlos". Sandersleben, Wiederstedt werden geschwächt. Niemand kann bestreiten, dass ein Wohnort mit 12 km Schulweg (ohne Umwegfahrten!!!) von jungen Familien als unattraktiv eingeschätzt wird. Oder entscheiden SIE als Eltern bewusst und ohne Sachzwang :"Ja, mein Kind soll das ruhig machen", und verzichten auf die Wohnsitznahme an einem Ort mit Grundschule im Ort? Wenn Wohnsitznahme, dann dort, wo auch die Bildungseinrichtungen sind.   Diese Strukturschwächung löst eine Kettenreaktion aus, deren Ende dann wohl in spätestens 15 Jahren die Auflösung der Stadt Arnstein sein wird, da nicht mehr bestandesfähig.

SEPL-VO2014 und StarkIII - Das gehört zusammen!!!

Es muss also andere Gründe geben, dass sich eine Stadt trotzdem entschließt, einen derart wichtigen Infrastruktur-Baustein aufzugeben.  Siehe da, exakt! Die nächste kleine Gemeinheit: Verquickung von SEPL-VO mit StarkIII, wobei STARKIII andere  Parameter setzt. Von offizieller Seite wird ein direkter Zusammenhang bestritten. Wir können nachweisen, dass da sehr wohl ein Zusammenhang besteht. Denn: Auch mit mehr als 80 Schülern 2017/18 in Sandersleben würde mit Sicherheit über Schließung diskutiert... StarkIII setzt hier Zeichen. 

Übrigens scheinen inzwischen auch Politiker zur Überzeugung gekommen zu sein, dass all das, was unter dem Titel Schulentwicklungsplanung abgeht, seinen Ursprung im Finanzministerium hat und alle andern Beteiligten willig mittanzen.



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