Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: STARKIII: Zuckerbrot und Peitsche - von wegen Freiwilligkeit

Mittwoch, 24. Februar 2016

STARKIII: Zuckerbrot und Peitsche - von wegen Freiwilligkeit

Alle, welche schon an solchen Konferenzen teilgenommen haben, durften erfahren, dass dieses laufende STARKIII für die Kommunen als Dukaten scheißender Esel präsentiert wird. Blödmann, wer da nicht aufsteigt. Dann aber auch noch subtilere Hinweise, welche immer wieder durchgereicht wurden: Wir wissen natürlich nicht, ob das Geld für alle reicht. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Macht also eure Hausaufgaben, denn sonst schafft ihr es nie, alle Dokumente im zur Verfügung stehenden Anmeldezeitfenster einzureichen. Los gehts!


  • Gültige Verordnung? Kommt dann im Mai, aber macht euch jetzt schon an die Arbeit, sonst schafft ihr das nie.
  • Geldmangel der Kommune für den 30% Eigenanteil. Kein Problem, ihr könnt bei der IB Kredit zu Vorzugskonditionen beantragen.
  • Wenn das Projekt abgelehnt wird, bleiben wir aber auf den Projektkosten sitzen. Wir lehnen Projekte eigentlich nicht ab, sondern stellen sie zurück. In einer späteren  Phase könnt ihr sie erneut und mit verbesserter Dokumentation einreichen. Müsst halt eure Hausaufgaben gut machen.
  • Es wird eng mit dem Demografie-Check. Schauen Sie im Arbeitspapier der Verordnung nach, es gibt durchaus Ausnahmeregelungen, welche von Fall zu Fall sehr exakt geprüft werden.
Jeder Provisionsverkäufer muss angesichts dieses Argumentariums neidisch werden. So ein ausgefeiltes Bonus-Instrumentarium steht ihm für sein Produkt nicht zur Verfügung.

Was ist denn der Preis, dass ich an dieser Runde teilnehmen kann? Sanierungskonzept mit möglichst hoher Energieersparnis und Erfüllung des Demografie-Checks.  

Demografie-Check-Bewertung ist natürlich Sache des Kultusministeriums, das ist ein anderes Ministerium, leider nicht anwesend, aber die prüfen das mit aller Sorgfalt, dafür legt STARKIII seine Hand ins Feuer..

Und was, wenn ich da nicht mitmachen will ?

  • STARKV wäre was für die Kleinen.... (Schon mal die Bedingungen und Laufzeiten durchgelesen?)
  • jeder ist seines Glückes eigener Schmied, das müssen Sie wissen
  • eigentlich gibt es keine Gründe, dieses "europaweit einmalige" Förderprogramm auszuschlagen.
  • überlegen Sie es sich, es gibt noch zwei weitere Anmeldetermine. 
Das ist in etwa das Umfeld, dem die Gemeinden ausgesetzt sind. Mit Blick in die eigene Kasse (also das Loch, welches sich Kasse nennt).. und angesichts bereits erbrachter Vorleistungen in Höhe von ca. 30 000 - 50 000 € für die Voranmeldung scheint der Weg klar.

Welcher Bürgermeister kann es sich leisten, mit leeren Händen vor seine Einwohner zu treten und zu sagen: "Das ist uns zu heikel, wir machen da nicht mit, und die 50 000 € für das mögliche Eintrittsticket zu diesem STARKIII-Theater sind jetzt auch futsch." Wer kann das mit gutem Gewissen verantworten? Es kommt NOCH ein Problem: Wie erklärt er seinem einheimischen Gewerbe, dass er da einen erwarteten Millionensegen ausschlägt? Ja, das ist doch ein Wirtschaftsförderungsprogramm!  Also her damit, es geht um Arbeitsplätze,  Schule ist zweitrangig...

Jeder Politiker, jede Politikerin , welche (r) da noch von Freiwilligkeit spricht, hat entweder keine Ahnung, in welche Situation die Gemeinden  seit 5 Jahren durch diese Landesregierung gedrängt werden, oder aber es handelt sich um eine bodenlose Frechheit, in diesem Kontext von Freiwilligkeit zu sprechen.

Dafür kann man am 13. März auch gleich die passende Antwort geben.


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