Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Sommertheater (3) : Hören, Lesen, Verstehen, Wiedergeben, Anwenden

Mittwoch, 12. August 2015

Sommertheater (3) : Hören, Lesen, Verstehen, Wiedergeben, Anwenden

Bisher waren wir der Meinung, das wesentliche Ziel der 4-jährigen Grundschule bestehe darin, Kinder in Grundfähigkeiten so auszubilden, dass sie diese in den weiter führenden Schulen als Technik problemlos anwenden können. Im sprachlichen Bereich besteht eine solche Kette aus Hören- Lesen- Verstehen - Wiedergeben - Anwenden.  Erweitern kann man dieses Feld mit "Nachfragen - weiter forschen - in einen Kontext stellen." 

In der Antwort des zuständigen Ministeriums werden wir eines Besseren belehrt:


Was für eine bombastische Definition! Was sind doch unsere Schulen bereits High-Tech- Labors. Fähig, innerhalb von Tagen auf neue Trends und Entwicklungen zu reagieren! Wie sind doch unsere 6-10-Jährigen bereits medienkompetent! Wie beeindruckend ist doch das Schlagwort Mediation!  Die Fähigkeit, Konflikte im Klassenzimmer zu lösen, gehört zum Handwerk einer ausgebildeten Lehrkraft, oder nicht? Deswegen stellen wir doch nicht die gesamte Grundschule auf den Kopf.

Deutlich wir aber was ganz Anderes: : Die eingangs erwähnten Grundfähigkeiten sind offensichtlich auch den Verfassern dieser mehr als arroganten Stellungnahme abhanden gekommen! Niemand sprach jemals von Lehrkräften, welche eine oder zwei Klassen im Alleinbetrieb zu unterrichten hätten! Nein, alles war mit einem Personalkonzept ausgestattet, welches deutlich bessere Unterrichtsversorgung gewährleistet, als das bisher der Fall war! 

Neben den Klassenlehrkräften (KL) haben wir für jede Gemeinde mindestens zwei 100% Pensen (VZ), welche für Projektwochen, Fachunterricht, Individualisierung, Arbeitsgruppen etc. zur Verfügung stehen. Zusammen mit den pädagogischen Mitarbeitern ist damit eine personelle Versorgung erreicht, welche deutlich besser ist, als das, was wir derzeit vorfinden! 



Ins eigene Bein geschossen!

Was jetzt kommt, ist sensationell! Wir gelangen in den Bereich Hypothese: Man schiebt jetzt Eltern vor, welche diesen, durch das Ministerium als "qualitativ ungenügend" bezeichneten Unterricht ablehnen könnten. Also DIE Eltern, welche den Erhalt der Schulen in ihren Gemeinden fordern und die Petition unterzeichnet haben!

Und wieder kommt das Lese-Versteh-Defizit:


Grundlage jedes Angebotes ist die personelle Ausstattung! Darauf lassen sich Schulkonzepte wie Inklusion, Arbeitsgruppen, Unterrichtsdifferenzierung aufbauen. Dieses Personalkonzept haben wir geliefert, dessen Kostenneutralität belegt und somit einen konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt, auf den NICHT eingegangen wird! Was Vergleichbares hat das Kultusministerium NICHT vorzuweisen. Es gibt ja nicht einmal eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung.  Stattdessen wird suggeriert, wir würden vorschlagen, Rentner als  Lehrkräfte in den Unterricht einzubauen.

Herrschaften!  Wir haben dargelegt, dass bei ortsnah gelegenen Schulen im Bereiche Arbeitsgruppen Fachleute im Ruhestand oder mit entsprechender Freizeit (Schreiner, Tierzüchter, Kräutertante usw.) in diese Blöcke einbezogen werden können und damit eine tolle soziale Einbindung der Schule in den Ort erreicht werden kann.   Wir brauchen sie jedoch nicht als Lehrkräfte, dazu reicht die oben dargelegte Personalausstattung locker. Aber eine Unterrichtsbereicherung wären sie schon, nur schon wegen ihrer Fachkompetenz, nicht wahr?

Unser Personalkonzept ist belastbar  - und das des Kultusministeriums?

Da wird also herumgemäkelt, unterstellt und die FataMorgana Schulqualität als oberste Prämisse an die Wand gemalt. In Tat und Wahrheit ist es jedoch der gescheiterte Personalentwicklungsplan des Finanzministeriums unter Bullerjahn, welcher zu einer permanenten Unterversorgung an allen Schulen, zur Auflösung von AG´s und Stundenausfällen ohne Ende führt.  Man glaubte, dies mit Zentralisierung lösen zu können. Die Rechnung ist nicht aufgegangen, Unterversorgung auf allen Stufen ist die Folge und wieder können wir sagen: Unser Vorschlag ist letztlich wirtschaftlicher, effizienter und kindgerechter! 
Heute von Qualitätsstandards  zu sprechen, ist lächerlich und steht dem Ministerium nicht zu. Diese Landesregierung schafft es ja nicht einmal "Grundversorgungsstandards " im Lehrkörper zu garantieren. Wenn diese nicht gegeben sind, bricht automatisch auch die Qualität weg! Genau da stehen wir heute bei den allgemein bildenden Schulen!

Aber zurück zur Argumentation. Inzwischen werden ja Lehrkräfte gesucht! Wie war das mit Rentnern und der Qualifikation der Lehrkräfte?
„Wir werden morgen eine Ausschreibung veröffentlichen, wo wir sehr breit das erste Mal nach ganz viel pädagogischer Erfahrung fragen, weil natürlich nicht 150 Lehrer warten, die Deutsch als Fremdsprache haben.“ Es werde gefragt nach Migranten, die in ihren Herkunftsländern Deutsch unterrichtet hätten, nach Lehrern mit DDR-Diplom, nach Menschen im Ruhestand. Zudem sollten Direktoren in die Lage versetzt werden, fehlende Stunden über Honorarverträge hinzuzukaufen. Auch mehr befristete Verträge kann sich Dorgerloh vorstellen. Quelle MZ vom 30.06.2015


All das, was in unserem Konzeptvorschlag durch dieses Ministerium von hoch oben herab schlecht geredet wurde und wird, ist nun plötzlich möglich. So kann man sich selbst auch unglaubwürdig und lächerlich machen.

Im letzten Beitrag zum Sommertheater 2015 begeben wir uns dann in den hochalpinen Bereich, nicht dem Wetter, sondern dem Kultusministerium geschuldet.




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