Google+ Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort Sachsen-Anhalt: Schulplanungsverordnung - Argumente: Steter Tropfen höhlt den Stein (1)

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Schulplanungsverordnung - Argumente: Steter Tropfen höhlt den Stein (1)

GS Wippra, 2002 totalsaniert
Liebe Freunde und Mitstreiter

Noch warten wir auf weitere Nachrichten zu unsere Petition, deren Eingang ja bestätigt worden ist. Wer die Zeitungen oder verlinkten Beiträge auf unserer facebook-Gruppe aufmerksam liest, stellt fest, dass sich die Argumentationslinien der Schulplaner und Behördenvertreter zu ändern beginnen. Das war auch nötig, wollten sie nicht völlig unglaubwürdig werden. Ob die neuen Argumente besser sind, müsst ihr selbst entscheiden, wir als Aktionsbündnis halten jedenfalls auch hier überzeugt dagegen.

1. Sachsen-Anhalt im  Flächenvergleich der neuen Bundesländer
Früher hieß es jeweils "der Bundesländer", "im bundesweiten Vergleich". Nun reduziert man die Argumente auf die neuen Bundesländer. Was dieses Argument angesichts folgender Zahlen in der Bevölkerungsdichte der einzelnen Bundesländer wert ist, kann sich jedes selbst überlegen: 
Mecklenburg-Vorpommern 69 Einw./km2, Brandenburg 83 Einw./km2, Sachsen-Anhalt 112 Einw./km2, Thüringen 134 Einw./km2, und Sachsen 220 Einw./km2.  

Wenn nun jemand kommt, und uns am Beispiel der vorhanden Schulhäuser (ohne Berücksichtigung der durchschnittlichen Einwohnerzahlen und der jeweils unterschiedlichen Gemeindestrukturen) weis machen will, wir müssten nun eben AUCH Schulhäuser schließen, da bleibt vorerst nur mal ungläubiges Staunen.  Wenn DAS durchdachte und qualitativ gute Schulplanung sein soll.....
Wie wäre es, wenn die Flächen der einzelnen Gemeinden mal in Relation gebracht würden. Denn  Gemeinden in Sachsen sind im Durchschnitt ungefähr halb so groß, wie in Sachsen-Anhalt, genau so in Thüringen und Mecklenburg Vorpommern. Einzig Brandenburg hat extrem dünn besiedelte Gebiete (16Einw/km2) in Verwaltungsgemeinden mit ebenfalls bis zu 300 km2 zusammengefasst.

Weshalb ist das so wichtig? Sachsen verabschiedet ein Moratorium, wonach ein Standort pro Gemeinde auch mit tiefen Schülerzahlen gehalten werden muss,  jahrgangsdurchmischter Unterricht trägt tiefen Schülerzahlen Rechnung.  Eine solche Zusage ist in Sachsen Anhalt  einfach NICHT praktizierbar, weil wir es mit Verwaltungsgemeinden von bis zu 300 km2 zu tun haben. Wir brauchen also ein kleingliedrigeres Schul-Netz, welches bedeutend filigraner ist, als das Verwaltungsgemeindenetz. Somit entsteht ein verwaltungstechnisches Problem: Zu große Gemeindeeinheiten vermögen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Ortsteile nicht mehr abzudecken.

Fazit: Mehrere Gebietsreformen in Sachsen-Anhalt haben dazu geführt, dass Verwaltungskolosse entstanden sind, welche die Feinversorgung ihrer Ortsteile nicht mehr garantieren können. Das ist nicht der Fehler der Verwaltungsgemeinden, sondern auf die Vorgaben des Landes insbesondere im Bereiche Schulplanung zurückzuführen. Wo wenig Leute leben, kannst du nicht mit Mindestschülerzahlen von dicht bevölkerten Regionen daherkommen. Wer das trotzdem macht, lässt die Kinder einen sehr hohen Preis bezahlen und ist verantwortlich für ein Grundschulkonzept, welches seine Potentiale nur zu 50% ausschöpfen kann.... Das ist eine teure Fehlentscheidung.
Als Paradoxum kommt dazu, dass Sachsen-Anhalts Regierungsparteien in ihrer Halbjahresbilanz plötzlich die "Familienfreundlichkeit" gesondert betonen. Na ja, im Bereich ortsnahe Grundschulversorgung ist das Gegenteil der Fall, das steht fest. Von Familien- und Kinderfreundlichkeit kann da keine Rede sein.


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